Gegenöffentlichkeiten

Feministische Strategien für Gegenöffentlichkeiten
Die an.schläge interpretieren „Baustelle: Gesellschaft“ als utopisches und partizipatives Projekt, mit dem Ziel, die Aufteilung und Struktur öffentlicher Räume neu zu verhandeln. Mit unserer Beteiligung bei Soho wollen wir an diesen Verhandlungen teilnehmen und öffentlichen Raum feministisch besetzen. öffentlichen Raum begreifen wir dabei einerseits als konkreten Ort der Straße, andererseits als umkämpfte Sichtbarkeit, die vor allem auch mediale Präsenz erfordert. Unser Projekt wird deshalb verschiedene Möglichkeiten der Herstellung feministischer Gegenöffentlichkeiten öffentlich, d. h. auf der Straße, präsentieren. Damit wird die Darstellung und Reflexion dieser Möglichkeiten gleichzeitig zum Mittel ihrer direkten Anwendung.
Mit einem Screening einiger Performances von Mujeres Creando wollen wir zunächst ein Beispiel für politisch-künstlerische Strategien zur Sichtbarmachung feministischer Positionen geben. Die Mujeres Creando sind ein feministisches Kollektiv, das sich 1992 in La Paz, Bolivien gegründet hat. Neben Theoriearbeit und Buchveröffentlichungen produzieren sie auch Filme und Fernsehsendungen, die teilweise im bolivischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Inhalt ihrer Arbeiten sind sowohl die Kritik patriarchalischer Traditionen als sie auch deren gegenwärtige Auswüchse wie die neoliberale Prekarisierung von Frauen thematisieren. Eine ihrer zentralen Ausdrucksformen sind dabei Performances, die fast immer auf der Straße stattfinden, sowie die Produktion von Graffitis. Als subkulturelles und grundsätzlich egalitäres „Basismedium“, um in öffentliche Räume einzudringen, wird diese Street Art ein weiteres Modell feministischer Raumeroberung sein. Gezeigt werden künstlerische Formulierungen feministischer Forderungen und Positionierungen als klarer Gegenentwurf zum männlich markierenden Tagging. Mandarina Brausewetter wird als politische Graffitikünstlerin ihre Arbeiten direkt auf dem Yppenplatz zeigen.
Das Projekt der an.schläge wird als Mittel zur Schaffung feministischer Gegenöffentlichkeit natürlich auch die eigenen Medien vorstellen. Außer unserem Heft werden wir unser neues Fernsehmagazin an.schläge-tv zeigen, in dem es mit den Rubriken „an.beraumt“ und „an.sturm“ jeden Monat einen Schwerpunkt zu feministischen Interventionen im und Besetzungen des öffentlichen Raums gibt.
Programm:
20. Mai
19.00 Eröffnung mit einer Performance von Valeria Ossio
20. Mai bis 3. Juni
Mujeres Grafiteando. Feministische Street Art von Mandarina Brausewetter am Yppenplatz
20., 21., 26., 27. Mai und 3. Juni
21.00 Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert
Screening: Acciones Mujeres Creando und an.schläge tv
24. Mai
19.00 Vortrag und Diskussion: Strategien feministischer öffentlichkeiten. Mit Gabi Horak (an.schläge), Helga Schwarzwald, Radio Orange 94.0).
21.00 Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert
Screening: Tetescha us von Stefanie Wuschitz, Acciones Mujeres Creando und an.schläge tv
ab 22.00: Dj-line: Club Quote
2. Juni
19.00 Vortrag und Diskussion: Die öffentlichkeiten der Mujeres Creando. Mit Rubia Salgado
21.00 Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert
Screening: Tetescha us von Stefanie Wuschitz, Acciones Mujeres Creando und an.schläge tv
ab 22.00: Djane: Amina

www.anschlaege.at/


an.schläge tv

Die an.schläge sind österreichs einziges feministisches Monatsmagazin und leisten seit über 20 Jahren feministische Analysen und Berichterstattungen in den Bereichen Kultur, Gesellschaft und Politik. Mit dem Fernsehmagazin an.schläge TV soll diese feministische Gegenöffentlichkeit einen weiteren wichtigen Teil der Medienwelt erobern und feministische Perspektiven jenseits vom Malestream auch im Medium Fernsehen präsentieren.
Mit Interventionen im öffentlichen Raum wird in der Rubrik an.sturm bewusst Platz für Provokation und Gesellschaftskritik gelassen. Ob gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die Anprangerung sexistischer Werbung – die Möglichkeiten Unmut gegenüber Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten zu äußern soll hier geschaffen werden.
Neben einem kurzen Beitrag zur aktuellen Printausgabe (an.geheftet) erfährt unsere Hommage an Frauenorte und feministische Organisationen durch die Rubrik an.beraumt seine Visualisierung. Besondere Frauenveranstaltungen werden in an.beraumt ebenso vorgestellt wie spezifische Lokale und Eroberungen des öffentlichen Raumes und Lebens – mit dem Ziel, die unterschiedlichen Formen feministischen Schaffens sichtbar zu machen.
Ins Forum für feministische Filmemacherinnen (an.sehen) und Künstlerinnen (an.probe) sind all jene eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren, die in der sonstigen medialen Berichterstattung untergehen. Dazwischen wird es immer wieder Beiträge zu etablierteren Künstlerinnen geben, um Vergleichswerte zu schaffen und eine feministische Kunstpolitik zu orten.

an.schläge tv geht seit Herbst 2005 monatlich auf Sendung. Downloads und mehr Infos:
blogs.okto.tv/anschlaege/


Mujeres Creando

"Wir besetzen das Fernsehen genauso wie die Straße
Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert. Das Fernsehen ist ein öffentlicher Ort. Und deshalb bringen wir uns ins Fernsehen mit derselben Logik und derselben Sprache ein, mit der wir auch die Straße in Beschlag nehmen. Wir kommen durch die Regeln des Fernsehens hinein, aber wir treten ein, um diese Routine zu durchbrechen, um in erster Linie die Doppelmoral anzugreifen und um die etablierte Ordnung des Privaten und des öffentlichen herauszufordern."
Maria Galindo, Mujeres Creando

www.mujerescreando.com/
www.mujerescreando.org/
Mandarina Brausewetter

Mandarina Brausewetter ist (Graffiti-)Künstlerin, Designerin und lebt und arbeitet in Wien.
www.thehotdogs.org
mail: mandarina@thehotdogs.org

Veranstaltungen
- 20.05.2006: Das Fernsehen ist eine Straße
- 21.05.2006: „Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert.“
- 24.05.2006: Strategien feministischer öffentlichkeiten
- 25.05.2006: Schräge Schriften
- 26.05.2006: „Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert.“
- 26.05.2006: „Das Fernsehen ist eine Straße, die den privaten Raum durchquert.“
- 02.06.2006: Die öffentlichkeiten der Mujeres Creando
- 03.06.2006: Schräge Schriften
- 03.06.2006: Das Fernsehen ist eine Straße..
- 02.06.2006: öffentlichkeiten der Mujeres Creando

